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Über Gewicht und Abnehmen
Merkwürdiges und Bemerkenswertes

Übergewicht bei Mensch und Tier

in Bemerkenswertes

Nicht nur Menschen werden immer häufiger übergewichtig, auch die Haustiere werden immer dicker. In der Öffentlichkeit fallen vor allem dicke Hunde auf, aber auch Katzen, Pferde und alle Kleintiere wie Kaninchen oder Meerschweinchen, selbst Kanarien- und andere Vögel sind in der heutigen Zeit gefährdet, zuviel Fett anzusetzen.

Während bei Nutztieren sorgfältig darauf geachtet wird, dass das Fleisch schön mager bleibt, werden Heimtiere von ihren Besitzern oft hemmungslos geradezu gemästet, mit den besten Absichten natürlich. Dass die Tiere davon dick werden, scheint vielen nicht klar zu sein.

Ein Grund für das zuviel an Futter und Leckereien ist der Zeitmangel der Tierhalter. Man kann sich nicht so viel mit seinem Tier beschäftigen wie man sich wünscht, dadurch hat es zuwenig Bewegung und der Tierhalter ein schlechtes Gewissen. Dies sucht er durch Zuwendung in Form von besonders gutem Futter wettzumachen. Ein Verhalten, das das Tier in doppelter Hinsicht dick macht. Zuwenig Bewegung und zuviel Futter ergeben eine ungünstige Kombination, genau wie beim Menschen.

Ein anderer Grund scheint aber auch im Gewicht des Tierhalters selbst zu liegen. Es kommt öfter vor, dass Tier und Halter beide zuviel wiegen. Wenn man selbst zuviel auf die Waage bringt, dann verschieben sich die Maßstäbe, man erkennt Übergewicht nicht mehr so gut, sieht eine große Körpermasse vielmehr als normal an. Wenn einem selbst Bewegung schwer fällt, dann unterschätzt man leicht die Menge an Bewegung, die das Tier braucht. Wenn man selbst oft und viel isst, meint man, das Tier würde das auch brauchen.

Vor allem in den Städten ist es oft schwierig, Tiere wirklich artgerecht zu halten. Hunde brauchen Auslauf, der in der Stadt garnicht so einfach zu finden ist. Katzen brauchen Freigang, den man ihnen in der Stadt nicht geben kann. Freigängerkatzen werden nicht so leicht dick, das Problem stellt sich vor allem bei gelangweilten Stubentigern. In kleinen Wohnungen ist es oft garnicht so einfach, auch nur einem Goldhamster genug Bewegungsmöglichkeiten zu bieten. Artgerechte Haltung bedeutet oft auch, mindestens zwei Tiere einer Art zu halten, sie brauchen Gesellschaft, und damit eben auch Platz zum gemeinsamen Toben.

Hinzu kommt das große Angebot an Tierfutter und Leckereien für die Heimtiere. Wenn man der Werbung Glauben schenkt, dann braucht jedes Tier ständig Kraftfutter und nahrhafte Belohnungen. Wenn es dann aus Versehen dick geworden ist, dann bieten die gleichen Hersteller das passende Diätfutter an.

Was kann man besser machen? Heimtiere brauchen Zuwendung, aber nicht in Form von Häppchen, Snacks und großen Futterrationen, sondern in Form von Anregung, Bewegung und der Möglichkeit, sich artgerecht zu betätigen. Bevor man sich ein Tier anschafft, sollte man sich also fragen, ob man ihm überhaupt gerecht werden kann. Es reicht nicht aus, wenn gerade genügend Platz da ist, um einen Käfig hinzustellen, und gerade genug Zeit, um das Tier zu füttern und ihm Leckerlis zu geben. Man muss sich mit seinem Tier beschäftigen, wenn man es schon in einem eher ungünstigen Lebensraum wie der eigenen Wohnung hält.

Diese Beschäftigung mit dem Tier erleichtert es dann auch dem Tierhalter, sein Gewicht zu halten, beziehungsweise auch, Übergewicht wieder loszuwerden. Am einfachsten geht das alles noch mit einem Hund. Auch wenn der mehr Platz braucht als ein Kaninchen, ist es einfacher, ihm und seinen Bedürfnissen gerecht zu werden und sich dabei selbst auch noch etwas Gutes zu tun.

Abnehmen für Tier und Mensch ist möglich. Ein wichtiger Schritt hin zu schlankeren Heimtieren ist, selbst ein angemessenes Gewicht zu erreichen und zu halten. Man erkennt dann wieder, dass schlankere Formen besser sind, man bekommt ein Gespür für ausreichende Bewegung, man ist selbst fitter, so dass man eher Zeit und Energie findet, sich mit seinem Tier zu beschäftigen. Dadurch, dass man selbst seine eigene Ernährung kritisch betrachtet, fällt es leichter, auch das Tier angemessen zu ernähren.

Abnehmen mit dem Hund ist optimal. Wenn man selbst abnehmen möchte, dann ist ein Hund das ideale Haustier. Er braucht viel Bewegung, und vor allem geht er nicht alleine, der Mensch muss immer mit. Falls der Hund auch zu dick ist, kann man sich ideal ergänzen. Einfaches Gassi gehen ist in vielen Fällen schon die Lösung. Man muss sich nur die Zeit nehmen, lange genug zu gehen, man muss die Energie aufbringen, auch mal schneller zu gehen oder zu rennen, mal Stöckchen zu werfen oder sonstige Aktivitäten einzubauen. Vor allem aber muss man sich aufraffen, wirklich jeden Tag zu gehen, bei jedem Wetter. Sinnvoll ist, sich nach und nach zu steigern, wenn die Fitness von Hund und Mensch ansteigt. Das erfordert durchaus Zeit, aber dass Hundehaltung Zeit kostet, wusste man ja schon bei der Anschaffung. Und abnehmen kostet auch Zeit, hier hat man die Gelegenheit, beides miteinander zu verbinden, und kostenlos ist es noch dazu.

Wenn der Hund mal gelernt hat, dass es jeden Tag so einen schönen, ausgedehnten Spaziergang gibt, dann wird er den von sich aus einfordern, so dass man rausgehen muss, ob man will oder nicht. Auch Motivationsprobleme kann der Hund also lösen helfen. Den ersten Schritt muss allerdings der Mensch machen.

Wenn der Hund sehr viel fitter ist als sein Mensch, was garnicht so selten vorkommt, dann kann es eine gute Idee sein, nicht einfach zu Fuß zu gehen, sondern Rad zu fahren. Fahrrad fahren mit dem Hund muss zunächst gelernt werden, es eignet sich auch nicht für jeden Hund, aber wenn es passt, dann ist es eine gute Lösung für den bewegungshungrigen Hund und seinen (noch) etwas trägeren Halter.

Wenn man sich mal ausreichend bewegt, dann wird man schnell feststellen, dass auch eine Umstellung der Ernährung garnicht so schwer ist, wie man immer gedacht hat. Und dass kaum noch Zeit bleibt, um das Tier mit Häppchen oder zu großen Futterrationen zu „verwöhnen“. Ein Hund, der ausreichend Bewegung hat, verbringt danach eine ganze Menge Zeit einfach schlafend, er bettelt dadurch auch weniger.
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3 Kommentare… jetzt kommentieren:
  • Anja 8. Oktober 2012, 14:03

    Das ist die falsch verstandene Tierliebe, wenn man den Tieren ein Leckerli hier und ein Leckerli da gibt. Die Auswirkungen der Fettleibigkeit bei Tieren sind ja ähnlich wie beim Menschen. Da man die Verantwortung für ein Tier übernommen hat, ist man auch für dessen Gesundheit verantwortlich. Leider realisiert das nicht jeder so.

  • Marion 12. März 2015, 16:38

    Hallo

    Übergewicht bei Hunden ist ein schwieriges Thema und ist oftmals der Unwissenheit der Herrchen geschuldet. Viele Hundebesitzer verwenden den Hund als Resteverwerter und geben ihm die Reste der Mahlzeiten die eigentlich für uns Menschen bestimmt sind. Ideale Hundenahrung vergleicht man eher mit der des Wolfes ohne Zusatzstoffe und Geschmackverstärker (was auch für uns Zweibeiner nicht gesund sein kann). Zudem wird oftmals viel zu viel gefüttert. Wir versuchen gerade eine Seite aufzubauen bei der es ausschließlich um Hundefutter geht.

    Wie haltet ihr das Ganze nach welchen Richtwerten füttert ihr?

  • Maria 14. September 2016, 10:40

    Ein sehr interessanter Artikel, da wir selbst 2 Katzen haben, eine davon wird von anderen immer als „fett“ beschrieben, dabei ist das Fell sehr flauschig und die Katze selbst kommt durch das kleinste Loch, also nicht so dick wie sie aussieht 🙂
    Seit einem Monat haben wir einen Garten und man sieht nun, dass ihnen (vorher „Stubenkatzen“) die Bewegung sehr gut tut.

Wir freuen uns über Kommentare!