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Über Gewicht und Abnehmen
Merkwürdiges und Bemerkenswertes

Stress macht dick, Abnehmen verursacht Stress

in Abnehmen

Manch einer glaubt, Stress würde schlank machen, vergisst man doch allzu leicht das Essen, wenn man gestresst ist. In extremen Stresssituationen kann es auch tatsächlich passieren, dass man das eine oder andere Kilo verliert, zum Beispiel können Arbeitslosigkeit oder Verlust des Partners zu einer solchen Gewichtsreduktion führen. Allerdings wünscht sich wohl keiner, dass solche oder ähnliche Ereignisse eintreffen. Und ohnehin stellen sich die Kilos für gewöhnlich wieder ein, wenn man eine Lösung gefunden oder sich an die neue Situation gewöhnt hat.

Der gewöhnliche Alltagsstress dagegen macht dick, und auch wenn man sich immer wieder fragt, wie das denn sein kann, liegt es ganz banal daran, dass man unter Stress zuviel und wohl auch das Falsche isst.

Es kommt einem nicht so vor. Viele Gestresste beginnen den Tag mit Kaffee, nicht mit Essen. Mittags essen sie nur eine Kleinigkeit, die nicht wirklich satt macht. Und abends glauben sie, sich nun wirklich eine gute Mahlzeit und noch einiges dazu verdient zu haben. Vergessen haben sie dabei oft die kleinen Naschereien, die sie sich über den Tag verteilt in den Mund gesteckt haben, ein Häppchen hier, ein Häppchen da, man fühlt sich einen Moment lang ein bisschen besser und hat es auch sofort wieder vergessen.

Selbst ohne Berücksichtigung des opulenten Abendessens essen gestresste Menschen über den Tag oft schon zuviel, ohne es zu merken. Sie sind empört, wenn man es ihnen sagt. Dabei nehmen sie ihr subjektives Empfinden als Maßstab, und das sagt, dass sie den Tag über eher hungrig als satt sind. Berücksichtigen sollte man aber, dass die kleinen Naschereien genauso wie das schnelle Mittagessen zwar tatsächlich nicht gut sättigen, aber dafür oft sehr viele Kalorien haben.

Abends ist man dann trotz bereits hoher Kalorienaufnahme sehr hungrig, heißhungrig ist fast die bessere Bezeichnung. In dem Zustand isst man zu schnell, zu unaufmerksam und man bevorzugt Kalorienbomben. Durch das schnelle Essen hat man längst zuviel gegessen, wenn die Sättigung eintritt. Man glaubt subjektiv, genau die richtige Menge gegessen zu haben, aber es war eben doch zuviel.

Stress und Essen – Ein Teufelskreis

Stress und Essen bilden also einen Teufelskreis. Der Stress verhindert, dass man vernünftig isst, er sorgt dafür, dass man zuviele Kalorien zu sich nimmt und doch nicht satt wird, doch das Essen nicht in Ruhe genießen kann. Umgekehrt verursacht das hektische, unregelmäßige Essen wiederum Stress, denn über lange Strecken des Tages ist der Blutzuckerspiegel zu niedrig, um durch Naschereien und zuckerhaltige, ungesunde (Zwischen-) Mahlzeiten immer wieder in die Höhe katapultiert zu werden. Das Auf und Ab stresst. Man ist unkonzentriert und schlecht gelaunt, man macht mehr Fehler als nötig. Das stresst nochmal zusätzlich. Durch zu reichliches Essen am Abend leidet die Schlafqualität, man wacht am Morgen schon eher unausgeschlafen auf. Auch das stresst.

Und dann auch noch das Übergewicht

Menschen mit dieser Lebensweise stellen oft nach einigen Jahren fest, dass ihre Kleidergröße nicht mehr dieselbe ist, dass sie irgendwie breite Hüften oder einen dicken Bauch haben, ohne zu wissen, wo diese Attribute herkommen. Aber da die Tatsachen nunmal schwer zu leugnen sind, wird den Pfunden der Kampf angesagt. Weniger essen scheint zielführend zu sein. Oder eine der vielen Diäten, die als bürotauglich angepriesen werden. Und tatsächlich gelingt es den meisten auch, einige Kilos wieder zu verlieren.

Der Erfolg ist allerdings oft nur von kurzer Dauer. Dann machen Heißhunger und Essattacken dem Abnehmwilligen zu schaffen. Die oft exotischen Zutaten für die Diätmahlzeiten zu beschaffen, kostet mehr Zeit und Nerven als vorhanden sind. Und schon ist er da, der Rückfall in die alten Gewohnheiten. Damit kommen dann auch die Kilos zurück, oft mit bemerkenswerter Geschwindigkeit.

Abnehmen verursacht eben auch Stress, der sich zusätzlich zum ohnehin vorhandenen Stress nicht so einfach aushalten lässt. Und weil Stress eben dick macht, macht auch das Abnehmen dick. Ein Widerspruch?

Offensichtlich kein Widerspruch, denn es ist leider eine Tatsache, dass viele Menschen, nicht nur gestresste, immer dicker werden, je mehr Diäten und Abnehmversuche sie hinter sich haben. Aber es gibt Auswege aus diesem Dilemma.

Stress reduzieren macht schlank

Wenn man nicht am Übergewicht ansetzt, sondern am Stress, dann fällt es oft leichter, eine dauerhafte Lösung zu finden, auch wenn man zunächst erstmal über den eigenen Schatten springen muss. Scheinbar mehr essen, gleich morgens, auch mittags und überhaupt regelmäßig, reduziert den Stress deutlich. Dadurch kann man überhaupt wieder wahrnehmen, was und wieviel man isst und dadurch seine Essgewohnheiten wirksam verbessern. Dadurch kann man besser schlafen, wird ausgeglichener, macht weniger Fehler und reduziert seinen Stress dadurch noch weiter.

Dadurch gewinnt man Zeit und Muße für andere Dinge, die die Situation weiter verbessern. Essen ist kein Mittel gegen Stress, man sollte darüber nachdenken, wie man sonst mit Stresssituationen umgehen kann. Sich etwas Gutes tun, sich bewegen, sich etwas gönnen, sich entspannen, manchmal auch sich abreagieren, die Wut rauslassen, das sind bessere Strategien, die gegen den Stress helfen, ohne dick zu machen.

Da der Stress natürlich nicht aus der Welt ist, kann es gut tun, eine Entspannungstechnik zu erlernen, so dass man sich nach Belieben entspannen und damit eben die Spannung, den Stress aus Situationen nehmen kann.

Weil Stress immer auch eine körperliche Komponente hat, sind Bewegung und Sport so wichtig. Stress, der körperlich ausagiert werden kann, wird nicht oder jedenfalls kaum als solcher empfunden. Körperlich anstrengende Aktivität ist genau der richtige Ausgleich zu einer sitzenden Tätigkeit, die Anspannung und Stress mit sich bringt. Und dabei geht es nicht um die Kalorien, die dabei natürlich auch verbrannt werden.

Und schließlich, man muss sich auch mal etwas Gutes tun, einfach so. Das kann alles mögliche sein. Ein gutes Buch lesen, ein Bad in der Badewanne nehmen, die Sauna besuchen, ein Besuch bei der Kosmetikerin oder einfach ein neuer Duft. Keins davon ist als Allheilmittel anzusehen, aber alles zusammen verbessert die Lebensqualität, vermindert den Stress und trägt damit auch zu einem normalen Körpergewicht bei. Abnehmen kann ganz leicht und sogar angenehm sein, aber von alleine passiert es nicht.

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